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20.06.2017

Überzeugend kommunizieren

Kommunikationskompetenz an der Schule - Eine Weiterbildung für Studierende der BSB

„Überzeugend kommunizieren“ war der Titel des Seminars für Studierende der Beruflichen Schule Butzbach, das aufgrund großer Nachfrage nun bereits zum dritten mal mit über 30 Interessenten außerhalb der normalen Unterrichtszeiten durchgeführt werden konnte. Diplompsychologe Martin Heß vom Butzbacher Weiterbildungsinstitut „S.T.E.P. – Training und Coaching“, der über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung im psychologisch orientierten Managementtraining auf allen Hierarchieebenen bei nationalen und internationalen Unternehmen verfügt, stellte dabei sein praxisorientiertes Know-how den sehr interessiert und offen auftretenden jungen Leuten zur Verfügung und führte die Gruppe durch eine Reihe von Übungen und Vermittlungen notwendigen Hintergrundwissens.

 

Kommunikationskompetenz ist die in nahezu allen Berufen äußerst gefragte Fähigkeit, Informationen effektiv auszutauschen, dabei z.B. sich und sein Unternehmen positiv zu präsentieren, Kunden, Kollegen, Mitarbeiter und Vorgesetzte zu überzeugen, eine gute  Zusammenarbeit mit anderen zu organisieren, Absprachen zu treffen und zu verhandeln, zu diskutieren, wenn nötig auch einmal Konflikte aus zu tragen oder zu vermeiden und auch ggf. andere zu kritisieren. Insbesondere ist diese Kompetenz gefragt, wenn man es mit einem ganz anderem Denken, Glauben und Wertesystemen zu tun hat. Kurzum: Alles was das menschliche Miteinander angeht handelt von Kommunikation und kann durch höhere Kommunikationskompetenz verbessert werden, vor allem bei den zentralen Themen der Akzeptanz von Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Toleranz ist ja immer da gefordert, wo sie eben nicht leicht fällt, sondern wo das fremde zunächst einmal irritiert oder sogar provoziert. Sie zeigt sich in der Kommunikation und entfaltet ihren höchsten Nutzen dort, wo es gilt, Verhalten eines Anderen, mit dem man nicht einverstanden ist, wirkungsvoll zu kritisieren ohne aber die Person herab zu würdigen.

 

Der Nichtraucher muss z.B. den Raucher kritisieren dürfen wenn er sich belästigt fühlt, aber eben ohne die Person an zu greifen und in konstruktiver Weise, d.h. mit dem Ziel einer Vereinbarung, die das künftige regelt – vielleicht im Sinne eines Kompromisses, bei dem beide Seiten Abstriche von der von ihnen gewünschten Ideallösung hinnehmen, vielleicht aber auch im Sinne einer Win-win-Lösung, die sogar allen Wünschen Rechnung tragen kann. Ob und wie das gelingt, ist dabei eine Frage der Kommunikation und des Willens zur Einigung.

 

Kompetenz im Bereich Kommunikation entsteht aus Wissen, Übung und Routine. Das psychologische Wissen darum, was Kommunikation überhaupt ist, hat im ausgehenden 20. Jahrhundert aber auch eine erhebliche Wandlung erfahren. Das aus der technisch orientierten Sicht auf Kommunikationsprozesse entwickelte alte Sender-Empfänger-Konzept ging davon aus, dass es sich um einen Transport von Information handelt. Klingt logisch. Stimmt aber so einfach gar nicht!  Sender senden zwar Text, Zeichen, Bilder, Daten zu Empfängern, deren eigentlich Bedeutung steckt aber nicht in diesen, sondern entsteht stets aus dem Zusammenhang in dem sie stehen. Empfänger empfangen zwar Zeichen aber keine Bedeutung, sondern geben sie. Entscheidend dafür, wie eine Botschaft wirkt ist deshalb niemals alleine, was ein Sender sich dabei denkt, sondern welche Bedeutung der Empfänger ihr gibt!

 

Menschen sind verschieden und ein jeder erlebt die Welt auf seine eigene, unnachahmliche und einzigartige Art und Weise. Wer sich die Akzeptanz des fremden und unterschiedlichen auf die Fahne geschrieben hat, würdigt eine Grundtatsache des menschlichen Lebens und Zusammenlebens: Verstehen und verstanden werden ist nicht trivial und passiert nicht von selbst, sondern erfordert kommunikativen Aufwand. Missverstehen ist eher die Regel als die Ausnahme. Dies liegt selten an bösem Willen, sondern in unserer menschlichen Natur. Der Mensch ist niemals in der Lage, Realität an sich zu erkennen, sondern lebt – wie Platon und die alten Hindus schon wussten – stets in der von seinem Gehirn erzeugten Welt, seinem eigenen Traum von Wirklichkeit, auf seiner eigenen „Insel“. Und die will sich erst einmal gegen fremdes schützen und lehnt ungewohntes ab.

 

Eine Brücke zur „Insel des Anderen“ zu schlagen ist somit Voraussetzung jeder gelingenden Kommunikation und das übergeordnete Ziel zahlreicher Kommunikationstechniken. Die Teilnehmer erlernten und trainierten im Lauf dieser beiden Tage eine Auswahl dieser Methoden jeweils in 3er Gruppen mit wechselnden Rollen. So z.B. bestimmte Feedback- und Fragetechniken, die Praxis des aktiven Zuhörens und auch die Argumentation mit Hilfe der Methodik des „kontrollierten Dialogs“, die bereits im römischen Senat zu den Spielregeln des Disputs zählte: Wer in der Debatte das Argument eines politischen Gegner durch ein eigenes widerlegen wollte, musste zunächst durch eine Wiederholung desselben in seinen eigenen Worten beweisen, dass er ihm überhaupt zugehört und seine Sichtweise verstanden hatte. Dann erst durfte er es angreifen. Eine auch heute noch sehr effektive Methode, einen Streit auszutragen ohne ihn unnötiger Weise zu eskalieren.

 

Die Teilnehmer waren begeistert und die nächste Veranstaltung ist bereits in Planung. Überzeugend kommunizieren, wer will das nicht?



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