| Eine kleine S.T.E.P.- Philosophie für Veränderungsprozesse
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S.T.E.P. bedeutet Systemische Trainings- und Entwicklungsprozesse, doch die Buchstaben S.T.E.P. könnten auch für die Art und Weise stehen, wie wir Menschen und ihre Entwicklungen in Organisationen prinzipiell betrachten und Change Management Projekte begleiten:
S.ystemische T.ransformations- und E.mergenz - P.rozesse.
Der folgende Text behandelt diese Begriffe zwar auf einem abstrakten und formalen Niveau, doch diese Sichtweisen haben Konsequenzen für uns. So werden - um nur ein Beispiel zu nennen - in S.T.E.P.- Konzepten keine Persönlichkeitstests eingesetzt.
S.ystemisch
... heißt, weg von der Betrachtung des Einzelnen - hin zur Betrachtung von Beziehungen ...
Die bedeutsamen Elemente sozialer Systeme sind nicht nur die Menschen selbst. Mindestens ebenso wichtig für das Verständnis und die Optimierung von Organisationsprozessen sind die Muster und Regeln, nach denen sich ihre Kommunikation und Beziehungsgestaltung vollzieht. Diese entwickeln in Organisationen quasi ein Eigenleben, welches die Kompetenzen und Wahrnehmungen der Menschen mit suggestiver Kraft beeinflusst.
Unsere systemischen Organisationsberater berücksichtigen das in ihrer Arbeit und konzentrieren sich nicht in erster Linie auf die Beteiligten und ihr Innenleben, etwa mit Hilfe von Persönlichkeitsanalysen, sondern richten den Blick auf den Kontext. So wird ein wertschätzender Umgang mit individuellen Unterschieden, als Basis für zielbezogene Veränderungsprozesse, ermöglicht. Wenn das Alte gewürdigt ist, kann sich das Neue entfalten.
Für unseren Ansatz verstehen wir jedes System als ein Vernetzungsmuster der Beteiligten in und zwischen Organisationen. Durch Grenzbildung unterscheidet es sich von seiner Systemumgebung. Individuelles Erleben und Verhalten kann nur in diesem Kontext und nur hinsichtlich seiner Auswirkungen im System - und nicht der Ursachen allein - sinnvoll erklärt und verstanden werden. Das ontologische "Warum" auf der Suche nach der Begründung, wird daher durch ein funktionales "Wie" der Beschreibung ersetzt.
T.ransformation
... heißt, dass die Menschen als Ganzes sich verändern können ...
Jede soziale Gruppe verstärkt als System bestimmte menschliche Eigenschaften, während andere nicht gewürdigt oder unterdrückt werden. Doch Menschen sind von umfassender Transformationsfähigkeit. Sie verändern ihre sensomotorischen, kinästhetischen, kommunikativen und kognitiven Fähigkeiten, ja selbst ihren Willen, ihr Selbstbild und ihre vitalen Kräfte, wenn sie dazu in die Lage versetzt werden. Das kann sowohl spontan - als auch durch entsprechendes Üben bestimmter Methoden und Techniken geschehen, die auf einem breit angesiedelten Wissen aus Psychologie, Management, Sport, Kunst, Anthropologie und Philosophie beruhen.
Jede Transformation, die von Einzelnen, Teams und Organisationen erlebt werden kann, ist durch genau bestimmbare Aktivitäten, Interventionen und Transformationsmodalitäten, vermittelbar. Jede Transformation erzeugt neue psychosoziale Entwicklungen, die in irreversiblen Sequenzen vor sich gehen und bei langfristigen Wandlungsprozessen als Evolution selbstorganisierender Systeme betrachtet werden können.
E.mergenz
... heißt, dass etwas völlig neues erscheint ...
Mit einer Hand kann man nicht klatschen. Der Ton tritt als emergente Eigenschaft der Hand hervor. Von Temperatur kann man erst sprechen, wenn viele Moleküle sich bewegen. Sie ist eine emergente Eigenschaft des Moleküls. Man kann eine Uhr in die Bestandteile zerlegen, aus denen sie besteht, aber mit keinem davon kann man die Zeit anzeigen. Dies ist eine emergente Eigenschaft der Teile.
Durch Emergenz entsteht eine nicht reduzierbare, hierarchische Ordnung. Die neuen Bedingungen, Strukturen und Ereignisse sind wirklich neu und können nicht aus den vorhergehenden erklärt werden. Sie entstehen plötzlich, wobei komplexe Formen und Strukturen aus einfachen Regeln hervorgehen und so das Einfache und das Komplexe miteinander verbunden werden.
Das jeweils höhere System transzendiert das jeweils niedere und schließt es zu einer neuen Ganzheit ein. Durch solche Prozesse der Selbsttranszendenz entfaltet sich Neuartigkeit innerhalb und zwischen Menschen, Gruppen und Organisationen stufenweise und nicht gleichförmig. Man kann hier im übertragenen Sinn von "Quantensprüngen" sprechen.
P.rozess
... heißt eine gesteuerte Umformung oder Transport von Materie, Energie, Information oder Bewusstsein ...
Wichtig ist uns im Change Management: Veränderungsprozesse bestehen aus überschaubaren Einzelschritten, deren optimaler Gesamtverlauf mit der Rückmeldung über das Ergebnis jedes Schrittes verbunden ist. Diese Ergebnisse steuern den Ablauf selbst. Je kürzer die Feedbackschleifen sind, um so besser steuert sich der Prozess.
Change Management Projekte werden von uns in lang- und kurzfristig geplanten Schritten, mit Blick auf das Ziel für Sie, unseren Kunden, begleitet. Im idealen Fall durchlaufen wir gemeinsam mit Ihnen mehrfach einen Beratungsprozess, der aus folgenden S.T.E.P.s besteht:
- Kontrakt schließen
- Ziele definieren
- Messgrößen bestimmen
- Analyseworkshop durchführen
- Projektplan erstellen
- Maßnahmen umsetzen
- Ergebnisse feststellen
- Dokumentieren und Präsentieren
- Erfolge feiern ...
Martin Heß
01.01.2006
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